Der VfL ist gefährdet – Wo bleiben die Konsequenzen?

Dass der VfL zusammen mit Borussia Dortmund II die schlechteste Mannschaft der Rückrunde darstellt, kommt nicht von ungefähr. Da helfen auch halbwegs plausible Ausreden nicht, die derzeitige  Situation zu relativieren. Damit werden vielleicht einige Teile der Fans still gestellt, doch diejenigen, die sich näher mit ihrem Klub beschäftigen, wird man nicht weichspülen können. Sie spüren, dass mit ihrem Verein etwas nicht stimmt, dass nicht alles mit rechten Dingen abläuft und dass Außendarstellung und Realität des Vereins nicht eins sind.

Ein Riss im Team

Die ,,Neue Osnabrücker Zeitung“ fragt bereits: ,,Ist der VfL Osnabrück noch ein Team?“. Nein, ist er nicht! Denn zu einem echten Team gehört vor allem ein Trainer, der die Mannschaft erreicht und diese für seine Arbeitsweise begeistern kann. Ob dies beim aktuellen Kader noch der Fall ist, ist stark zu bezweifeln. Der Umgang mit einigen Spielern ist fraglich. Auch wenn an die Öffentlichkeit nichts Verwerfliches zu dringen scheint, so ist des Öfteren zu vernehmen, dass die berühmte ,,Chemie“ zwischen Trainer und Mannschaft nicht mehr stimmt. Die Art und Weise, wie tagtäglich miteinander kommuniziert wird, passt nicht jedem. Teile der Mannschaft scheinen unter ihrem aktuellen Trainer keine positive Zukunft mehr zu sehen. Umso erstaunlicher erscheint es, wenn sich Spieler nicht einmal mehr einwechseln lassen möchten.

Doch wurde der Vertrag mit Maik Walpurgis erst kürzlich um weitere zwei Jahre verlängert. Man wollte ein Signal setzen in einer sportlich negativen Phase, aus der unser VfL auch bisher nicht herausgekommen ist. Und wo war die Signalwirkung? Wo waren die erhofften Impulse, die dadurch freigesetzt werden sollten?

So hieß es vor der Winterpause oftmals, dass eine Verlängerung mit dem Trainer ein Zeichen für einige Spieler sein kann, es ihm gleich zu tun. Nun ja, bis dato blieb ein Effekt aus. Interessant wären sicherlich O-Töne der Spieler zur aktuellen Lage. Fernandes, Dercho, Lehmann, Sembolo, Kandziora oder auch Feldhahn – wie beurteilen sie die Zusammenarbeit mit ihrem Trainer? Was sagt eigentlich Ornatelli zu den Vorfällen im Winter? Wir kennen nur die eine Sichtweise, doch wäre es nicht uninteressant zu erfahren, wie der Spieler die Zeit erlebt hat. Aber sobald man sich an die große Medienwelt wendet, drohen wieder Konsequenzen, die man dafür wohl eher nicht in Kauf nehmen wird. Schade eigentlich.

Wo bleiben die Nachwuchsspieler?

Zudem ist auch die Jugendarbeit als Kritikpunkt zu nennen. In einem Nachbericht auf der Internetseite des VfL heißt es: ,,Wie sein Vorredner betonte auch Walpurgis die große Bedeutung der Nachwuchsarbeit“. Ein Trainer sagt also, er wolle auf die Jugend setzen. Klingt doch super! Aber Moment mal, wo sind sie denn, die Talente? Man fährt sein System konstant weiter (Konstanz ist ja auch sehr wichtig!) und holt sich lieber fertige Spieler zu sich. Doch, wenn es selbst mit diesem Vorgehen nicht funktioniert und es auch in der Liga um nichts mehr geht, außer um die Endplatzierung zwischen Rang 12 oder 14, warum sollte man dann nicht der Jugend eine Chance lassen? Die Jungs sind heiß, willig und würden zu gerne unter Beweis stellen, was sie draufhaben. Aber mit welcher Berechtigung sollen sie an ihre Einsatzchance glauben, wenn man in der Vergangenheit nur selten ein Talent hervorbringen konnte und nicht den Eindruck hatte, dass eine umfängliche Förderung stattfindet.

Übrig bleibt nun die Frage, wie es im Sommer weitergehen soll, wenn Konflikte zwischen den Akteuren herrschen, die nicht bereinigt werden? Die Wahrscheinlichkeit einer Saison mit erneut negativem Verlauf ist hoch. Wenn das Vertrauen in den Coach bei Teilen des Teams schwindet, sollte man sich nicht in gebetsmühlenartigen Schönredephrasen à la „Es ist doch ein Zeichen dafür, dass man nicht alles gleichgültig zur Kenntnis nimmt“ üben, sondern das Kind beim Namen nennen und es notfalls auch mal krachen lassen. Differenzen scheint es nicht erst seit gestern gegeben zu haben. Die kritischen Stimmen sind lauter geworden, nicht nur unter den Fans in der Kurve.

,,Mittelfristiger Aufstieg“ lässt sich gut verkaufen

Vor der Vertragsverlängerung haben sich hoffentlich auch die sportliche Leitung und die Geschäftsführung intensiv über die momentane Stimmungslage im Kader informiert, bevor der über zwei Jahre fortlaufende Kontrakt mit Walpurgis unterzeichnet wurde. Seit Jahren heißt es während einer jeden Spielzeit: ,,Unser mittelfristiges Ziel ist der Aufstieg in die zweite Liga“. Das hört sich gut an und schürt Hoffnungen. Wobei  nach vier Jahren Drittligazugehörigkeit aus mittelfristig auch gerne mal langfristig wird. Jeder kann sich daraus resultierende Frage für sich beantworten: Soll es so weitergehen?

Abschließend möchte ich noch einen aus meiner Sicht sehr wichtigen Hinweis loswerden:

Es sollte allen klar werden, dass es nicht um Einzelpersonen gehen darf.

Es geht immer um den VfL!

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4 Kommentare zu “Der VfL ist gefährdet – Wo bleiben die Konsequenzen?

  1. wenn es nur satire wäre, könnte ich über die antwort von Brimborium ja lachen, aber es sieht so aus …der nimmt es wirklich so wahr…….

  2. Lasst sie arbeiten

    Kurzer VfL-Rückblick in die letzten Jahre: tückische Störfeuer einiger sogenannter Fans sorgten immer wieder für Unruhe im Verein. Hieraus resultierte der sportliche und wirtschaftliche Abwärtstrend, der dem VfL beinahe das Fortbestehen gekostet hätte.

    Das vergangene Jahr jedoch war wesentlich geprägt von der Aufbauarbeit des Teams um VfL-CEO Jürgen Wehlend. Er war es, der dem VfL das Gesicht von heute verpasste. Eines, das Verlässlichkeit ausstrahlt, das für Vertrauen steht und für eine Zukunft unseres VfL.

    Dazu gehörte auch, dass man mit Konzepttrainer Walpurgis zu einer Zeit den Vertrag verlängerte, in der die Unruhestifter ob eines kurzfristigen Negativtrends wieder aufbegehrten.

    Das richtige Zeichen zur richtigen Zeit setzt Wehlend, der wie kein anderer den Fußball mit allen Sinnen aufsaugt, ihn wie seine Westentasche kennt, in der Lage ist, die richtigen Schlüsse zu ziehen und sie verständlich, glaubwürdig und transparent zu kommunizieren

    Ihm und Maik Walpurgis gebürt Respekt für ihre nachhaltige Arbeit – auch der einer lokalen Zeitung, die zur Unzeit Schlamm aufwühlt und das VfL-Schiff gefährlich ins Wanken bringt.

    Solange hier ein durchdachtes und ausgereiftes sportliches und wirtschaftliches Konzept verfolgt wird, das zudem durch die vielen lokalen strategischen Partner im Sponsoring einerseits und durch die stolze Ernte der in der Jugendarbeit herangewachsenen Früchte andererseits, ein hohes Gut von großer Nachhaltigkeit darstellt, sollte auch die lokale Zeitung die Crew um Kapitän Wehlend arbeiten lassen. Nur für diesen Verein. Für seine schlichte Existenz.

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